Mobilität in Hessen: Stau auf der A5

Wie stellen sich die Parteien die Mobilität der Zukunft vor? Wie stehen sie zum Tempolimit, welche Pläne haben sie für ÖPNV, das Autofahren und den Flugverkehr? Ein Überblick.

Autofahren

Alle großen Parteien sind für Klimaschutz im Verkehr, bis auf die AfD. Denn die bezweifelt, dass der Mensch überhaupt Einfluss auf das Klima hat - auch wenn die überwältigende Mehrheit der Wissenschaft das anders sieht. Dass zum Beispiel vor allem E-Autos staatlich gefördert werden, lehnt die AfD ab. Die FDP will, dass der Markt entscheidet, welche Antriebsart sich durchsetzt. Sie geht davon aus, dass auch Verbrenner-Autos eine Zukunft haben, wenn sie mit neuen klimafreundlichen Kraftstoffen fahren.

Union, Linke, Grüne und SPD setzen dagegen vor allem auf mehr E-Autos und mehr Ladestationen. Die Grünen wollen außerdem Subventionen für Verbrenner abschaffen - das Dieselprivileg zum Beispiel. Und sie sind dafür, dass in Zukunft weniger neue Autobahnen gebaut werden. Auch die Linke möchte weg von Diesel- und Benziner-Autos. Aber staatliche Kauf-Prämien für neue E-Autos lehnt die Linke ebenso wie die FDP ab.

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Serie: Ein Blick in die Wahlprogramme

Was versprechen die Parteien in ihren Wahlprogrammen in Sachen Klima, Wohnen, Finanzen, Pflege, Digitalisierung und Mobilität? In unserer Serie liefern wir einen Überblick.

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Das Tempolimit

Ein Tempolimit ist eine umstrittene Geschichte. Union, FDP und AfD sind dagegen, Grüne, Linke und SPD sind dafür. Linke und Grüne wollen nicht nur ein Tempolimit auf der Autobahn, sondern auch in der Stadt die Geschwindigkeit drosseln. Wenn es nach ihnen geht, soll dort Tempo 30 die Regel werden.

Öffentlicher Nahverkehr

Bus und Bahnfahren für nur einen Euro am Tag? CSU und SPD unterstützen die Idee. Billige Tickets findet auch die Linke gut, aber ihr Ziel ist eigentlich ein komplett kostenloser ÖPNV für alle. Für den ländlichen Raum fordert die Linke, dass der Bus tagsüber mindestens ein Mal pro Stunde fährt. Die Grünen wollen, dass Städte mehr Handlungsspielraum bekommen – es soll zum Beispiel leichter für sie werden, eine City-Maut für Autos einzuführen oder neue Fuß- und Radwege einzurichten. Auch die Union will es Städten leichter machen, Radfahrern zum Beispiel auf manchen Strecken Vorrang zu geben.

Fliegen und Bahnfahren

Die AfD will Fliegen billiger machen. SPD, Grüne und Linke wollen dagegen dafür sorgen, dass mehr Menschen den Zug nehmen statt des Flugzeugs - Stichwort: Klimaschutz. Die SPD setzt darauf, dass das vor allem mit dem Ausbau der Bahn gelingen kann. Alle Großstädte sollen an den Fernverkehr angebunden werden, es soll Nachtzüge geben und mehr Komfort. Eine deutlich bessere Bahn wollen auch Grüne und Linke, aber sie wollen Fliegen auch teurer machen. Die Grünen haben sich zum Ziel gesetzt, dass Kurzstreckenflüge bis 2030 überflüssig werden. Flughäfen sollen nach ihrem Willen nicht weiter vergrößert werden und auch keine Finanzhilfen mehr vom Staat bekommen. Die Linke ist dafür, staatlich noch stärker einzugreifen und Kurzstreckenflüge bis zu 500 Kilometern gleich ganz zu verbieten. Sie will die Bahn wieder komplett verstaatlichen und der Bahn fünf Mal so viel Geld geben wie aktuell.

Auch FDP und Union sind dafür, dass mehr Menschen und Güter mit der Bahn transportiert werden. Damit das klappt, muss der Betrieb der Bahn aber privatisiert werden, finden die Liberalen. Nur das Bahn-Netz soll der Bund behalten. Die CDU bleibt beim Thema Mobilität oft sehr vage und allgemein, beim Thema Bahnfahren ist noch am konkretesten, dass sie mehr Geld in die Digitalisierung der Bahn stecken will.

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