Gesundheitsminister Jens Spahn

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will angesichts drohenden Medikamentenmangels Teile der Arzneimittelproduktion zurück nach Europa holen. Es brauche europäische Maßnahmen, "um mehr Produktionskapazitäten auch hier bei uns zu haben", sagte er in hr-iNFO.

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Die Arzneimittelproduktion zurück nach Europa zu holen, werde aber dauern, so Spahn. "Das ist eher ein Marathon als ein Sprint." Da chinesische Hersteller wegen der Corona-Epidemie nicht liefern können, könnten die Vorräte an lebensnotwenigen Medikamenten knapp werden. Es sei "nicht auszuschließen, dass sich das noch mal in den nächsten Wochen verschärft."

"Mehr Lagerhaltung löst das Problem nicht"

Eine Gegenmaßnahme sei ein Passus im am Donnerstag beschlossenen "Fairer-Kassenwettbewerb-Gesetz". Er ermögliche es seinem Ministerium, mehr Lagerhaltung in Deutschland anzuordnen. Diese nationale Regel reiche aber nicht: "Die Wahrheit ist natürlich, wenn alle Länder gleichzeitig anfangen, Vorräte anzulegen, die Produktion aber nicht entsprechend nachkommt, löst das dann das Problem nicht."

Eine eventuelle staatliche Produktion lebenswichtiger Medikamente lehnt Spahn aber ab. "Staatlich gesteuerte und zentrierte Forschung und Produktion führt in aller Regel dazu, dass es Mangel gibt, Verknappung und keine Innovation", so Spahn.

hr-iNFO Aktuell, 13.2.2020, 15 bis 18 Uhr

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