Einzelne Rapspflanze auf einem trockenen Feld bei Friedrichsdorf
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Seit Wochen hat es in einigen Regionen Hessens nicht geregnet. Wen trifft die Trockenheit besonders und welche Folgen hat das?

Die Sonne flirrt über den weiten Feldern von Landwirt Sascha Schmidt in Habichtswald-Dörnberg. Goldgelb stehen die Ähren auf ihrem Halm, dicht an dicht so scheint es. Doch irgendwie ist der junge Landwirt nicht glücklich. Die Ernte dieses Jahr sehe nicht gut aus – nicht nur, weil jetzt nichts mehr nachwachse. Sowohl das Gras, als auch das Getreide sei braun und vertrocknet. Die Saat sehe ganz böse aus, erklärt der Landwirt.

Nicht allein, dass die Getreideernte in diesem Jahr eine wahre Katastrophe wird, stöhnt der Dörnberger. Er macht sich auch Sorgen um die Einstreu für das Vieh. "Es ist nicht nur, dass die Körner fehlen von den Dreschen. Auch das Stroh was wir brauchen, um die Tiere einzustreuen über den Winter. Wenn du neun Hektar drischst und dann hast du nur 40 Ballen Stroh – das reicht ja auch nicht", sagt Schmidt.

Vom Feld in den Wald

Das weiß man auch beim Landhandel in Wolfhagen. Hier stellt man sich bereits jetzt schon darauf ein, dass Stroh und Korn im kommenden Winter knapp werden können. Thorsten Diederich: "Der Ertrag ist schon ganz schön zurückgegangen. Das ist noch lange nicht das, was wir sonst die Jahre ernten. Wir hatten im Mai und im Juni einfach zu wenig Regen. Und dadurch ist jetzt alles schon notreif", sagt Diederich.

Auch auf dem großen Hof von Obstbauer Klemme kann sich keiner der Sonnenstrahlen, die erbarmungslos auf die Erdbeer- und Himbeerplantagen niederbrennen, so richtig erfreuen. Alles dürstet nach Wasser. Erdbeerverkäuferin Christiane Hochhut am Stand zeigt auf die Früchte und erklärt: "Ich denke allgemein wird es den Erdbeeren nicht gut tun so wenig Wasser zu kriegen", sagt Hochhut.

Im Habichtswald selbst dann endlich erfrischende Kühle. Doch auch hier hat die langanhaltende Trockenheit längst ihre Spuren hinterlassen. Die Bäche, die sonst kühlendes Nass mit sich führen, sind nur noch schmale Rinnsale. Für die Tiere ist das alles noch im üblichen Rahmen, erklärt Forstamtsleiter Uwe Zindel. "Solange die noch genug zu fressen haben und solange die noch genug Deckung haben, ist das für die Tiere eher unproblematisch", so Zindel.

Auch Badeseen sind betroffen

Aber er weiß auch, dass die Gefahren bei dieser Trockenheit vom Menschen ausgehen: "Es ist noch keine Waldbrand-Alarmstufe ausgerufen. Das heißt, die Kraut- und Strauchschicht ist noch grün und nicht trocken. Aber allerhöchste Vorsicht ist geboten. Und das ist schon sehr kritisch", weiß der Forstamtsleiter.

An den nordhessischen Stauseen dagegen herrscht immer noch eine recht entspannte Ferienstimmung. Klar, bei diesem Wetter zieht es jeden ins kühle Nass. Da aber der Edersee zum Beispiel auch als Reserve für den Wasserstand und damit die Schiffbarkeit der Weser vorgehalten wird, wissen die Segler der Segelschule in Waldeck, es ist nur eine Frage der Zeit, wann der Pegel von Hessens größtem Stausee wieder dramatisch sinken wird. David Ostwald: "Also ich denke wenn, dann wird das erst im Spätsommer kommen – aber jetzt zurzeit ist es perfekt."

Sendung: hr-iNFO, 4.7.2018, 6:40 Uhr

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