Bucht in Griechenland

Urlauber können wieder direkt aus Deutschland auf griechische Ferieninseln fliegen. Damit aber mit den Touristen nicht auch das Virus kommt, gibt es vor der Einreise einiges zu beachten.

Wer nach Griechenland will, kann nicht so einfach ins Flugzeug steigen und los, nein, man muss sich mindestens 48 Stunden vor der Ankunft in Griechenland online anmelden und dabei ein Formular ausfüllen: Wie alt sind Sie? Wo waren Sie in den vergangenen zwei Wochen? Wo sind Sie in Griechenland erreichbar?

Das will die griechische Zivilschutzbehörde wissen, und entscheidet aufgrund dieser Daten, wen sie auf Corona testet. Ob man getestet wird oder nicht, erfährt man erst auf dem Flughafen. Und wenn man getestet wird, muss man den ersten Urlaubstag im Hotelzimmer abwarten, bis das Ergebnis da ist.

Corona-Tests am Flughafen

Ärzte und Mediziner der griechischen Armee werden an den Flughäfen die Corona-Tests machen", sagt Nikos Chardalias, der in der griechischen Regierung für Zivilschutz zuständig ist. "Unsere Nachricht ist klar: Griechenland ist ein sicheres Land. Wir geben dem Tourismus oberste Priorität, ohne bei der Gesundheit irgendwelche Kompromisse zu machen." 

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Das "Passenger Locator Form" finden Sie hier.

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Und deshalb gilt ab sofort für alle Griechenland-Touristen: "Niemand wird nach Griechenland einreisen, wenn er nicht dieses 'Passenger Locator Form' ausgefüllt hat." Dieses Formular, mit dessen Hilfe Passagiere geortet werden sollen, gibt es nur auf Englisch. Mancher wird daheim Hilfe brauchen, um es auszufüllen.

Isolierstationen für den Notfall

Mit dieser recht strengen Kontrolle will Griechenland mögliche Corona-Fälle sofort aufspüren, damit sich das Virus gar nicht erst ausbreiten kann. Tourismus-Minister Charis Theocharis bittet um Verständnis: "Wir wissen alle - dieses Jahr wird ein schwieriges Jahr werden. Wir tun aber alles dafür, dass es aus gesundheitlicher Sicht ein sicheres Jahr wird."

Schließlich habe Griechenland die Corona-Pandemie bislang gut im Griff. Mit den Touristen soll nicht das Virus ins Land kommen. Und sollte es doch Corona-Fälle geben – auf allen griechischen Inseln haben die Behörden für den Notfall Isolierstationen eingerichtet; jedes Hotel hat einen Arzt in Rufbereitschaft. 

Nur zu 30 Prozent ausgebucht

Hotel-Manager Kostas Zarikos hofft, dass er den Arzt nicht brauchen wird. Jetzt plagen ihn erst einmal ganz andere Probleme. In seinem Ferien-Hotel auf der Insel Kos bleiben die meisten Zimmer leer: "Unser Szenario ist jetzt so: Wir nehmen erst einmal nur 100 Zimmer in Betrieb. Insgesamt haben wir 350 Zimmer, wir könnten also jederzeit aufstocken. Aber wir sind erst einmal nur zu 30 Prozent ausgebucht."

Ein erstes Flugzeug mit Touristen aus Deutschland durfte schon vorgestern auf Kos landen – eine Art Saison-Premiere. Die 170 Urlauberinnen und Urlauber an Bord waren gefragte Interview-Partner im staatlichen griechischen Fernseh-Sender ERT.

Viel Platz am Strand

Wie ist der erste Eindruck? "Sehr, sehr schön, alle sind so freundlich, ja, ich liebe es", sagt eine Urlauberin, die sich im Bikini auf dem Liegestuhl sonnt. Und: Fühlen Sie sich sicher – wegen Corona? "Ich fühle mich sicher", sagt sie. Nur manchmal würden andere Leute die Maske nicht richtig tragen. "Die ist dann nur über dem Mund, nicht über der Nase. Aber okay."

Ob Kos oder Santorini oder eine andere Insel – in diesem Sommer herrscht dort ohnehin kein Gedrängel wie sonst in der Saison. Bei den wenigen Gästen haben die Urlauber viel Platz auf dem Strand oder in der Taverne – da fällt es leicht, sich an die Abstands-Regeln zu halten.

Sendung: hr-iNFO Aktuell, 1.7.2020, 9 bis 12 Uhr

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