Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz nehmen am Eröffnungsgottesdienst der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz im Fuldaer Dom teil.

Die deutsche katholische Bischofskonferenz trifft sich zu ihrer Herbstvollversammlung in Fulda. Themen sollen auch die Missbrauchsaufarbeitung und der Synodale Weg sein. Wie stehen die Kirchenmitglieder und die Gläubigen zu diesen Themen und was erwarten sie von ihren Bischöfen?

Drei Jahre ist die Veröffentlichung der Missbrauchsstudie, der sogenannten MHG-Studie, in der katholischen Kirche jetzt her. Die Bistümer halten sich an die Absprachen und veröffentlichen jetzt nach und nach eigene Studien. Doch es gibt keine Einheitlichkeit, kritisiert Marianne Brandt, Vorsitzende der Stadtversammlung der Frankfurter Katholikinnen und Katholiken: "Es gibt die ersten Missbrauchsstudien in den Bistümern, es wird aber eigentlich viel mehr gefordert. Nämlich auch eine unabhängige Aufarbeitung." Brandt wünscht sich dabei gemeinsame Standards. Der Umgang mit den Betroffenen sei das eine; Prävention, wie sie in vielen Bistümern angelaufen sei, das Weitere. "Ich verstehe nicht, warum die Aufarbeitung des Missbrauchs so lange braucht."

Die Bistümer und Bischöfe handeln, endlich. Schließlich sind die Berichte aus dem Canisius-Kolleg nun schon über zehn Jahre her. Dass sich was tut, sieht auch Doris Wiese-Gutheil, die sich wie Marianne Brandt in der katholischen Frauenprotestbewegung Maria 2.0 engagiert. In den vergangenen drei Jahren ist einiges passiert, das rechnet sie den Verantwortlichen an, nur bei weitem noch nicht genug: "Ich glaube schon, dass sich die Bistümer bemühen. Ich glaube auch, dass es so nicht weitergeht." Mit Vertuschung und Verschiebung sei es nicht getan. "Es reicht eigentlich nicht. Immer noch wird zu wenig getan, zu wenig konsequent"

Zwischen Hoffnung und Desillusionierung

Denn immer mehr Menschen kehren der Kirche den Rücken. Das ist auch bei den Offiziellen angekommen, der Frankfurter Stadtdekan etwa spricht schon seit längerem davon, dass die Guten, die Engagierten gehen – so bleibt nicht mehr viel von der allumfassenden Kirche, der "Volkskirche". Diesen Prozess soll der Synodale Weg mit Reformen bestenfalls aufhalten.

Doris Wiese-Gutheil hat da allerdings nicht allzu viele Hoffnungen. Sie sei desillusioniert: "Ich erwarte mir nicht allzu viel, finde aber, dass der Protest der Laien, besonders der Frauen, ganz notwendig ist. Damit die Männer an der Spitze der katholischen Kirche merken, dass sie so einfach nicht weitermachen können." Es brauche die Frauen und einen größeren Schritt in Richtung Demokratie. "Aber ganz ehrlich, ich glaube nicht, dass sich da viel bewegt in die Richtung, die wir gerne hätten."

Signal für die Gläubigen

Ein wenig optimistischer sieht Marianne Brandt die aktuelle Situation. Sie sagt aber klar: Es muss zu Reformen kommen und die Bischöfe müssen sich jetzt in der Herbstversammlung deutlich zum Synodalen Weg bekennen: "Die Initialzündung ging ja damals von den Bischöfen aus. Und es wäre mir wichtig, dass es Dinge gibt, die wirklich festgehalten werden können. Die umgesetzt werden, in möglichst vielen Bistümern. So dass die Gläubigen auch ein Signal bekommen, dass sich was verändern wird, das ist meine große Hoffnung."

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