Brennendes CO2-Schild
Etwa 15 Prozent unseres CO2-Verbrauchs haben mit Ernährung zu tun. Bild © picture-alliance/dpa

Um die Erderwärmung zu begrenzen, sollen auch die Bürger in ihrem Alltag aktiv werden, fordern Naturschutzverbände. Was können sie tun? Und was bringt das persönliche Engagement?

Verkehr

Wer auf das Auto verzichtet, tut dem Klima wirklich etwas Gutes. Denn etwa ein Viertel unseres CO2-Fußabdrucks erzeugen wir mit Verkehr. Wie das Umweltbundesamt ausgerechnet hat, würde jemand, der ein Jahr lang mit öffentlichen Verkehrsmitteln statt mit dem Auto zur Arbeit fährt, bei einer Entfernung von 25 Kilometern rund 320 Kilogramm CO2 sparen.

Was richtig viel CO2 spart: auf Flugreisen verzichten. Denn Fliegen ist und bleibt ein CO2-intesives Vergnügen. Gerade innerdeutsch oder bei europäischen Kurzstrecken schneidet die Bahn viel besser ab. Also lieber auf den Zug umsteigen.

Heizen und Wohnen

Warmduscher – das ist zwar ein deutsches Schimpfwort, aber scheinbar brauchen viele Menschen eine lange und vor allem warme Dusche. Und das ist leider schlecht für das Klima, sagt Immanuel Stieß vom Institut für Sozial Ökologische Forschung in Frankfurt:  "Was sich erstaunlicherweise auch zeigt ist, dass in den letzten Jahren der Warmwasserverbrauch enorm hochgegangen ist. Da stellt sich schon die Frage: Sollen wir jetzt vielleicht kürzer duschen oder sollten wir einfach sparsamere Geräte einbauen und sparsamere Geräte nutzen?" Wärme bedeutet, Energie zu verbrauchen, was wiederum heißt, mehr CO2 zu verbrauchen. Insofern sind energiesparsame Geräte gut fürs Klima. Kürzer duschen natürlich auch.

Ähnliches gilt für die Heizung. Frieren muss wirklich niemand in den eigenen vier Wänden, aber zumindest kann man überprüfen, ob die Wohnung auch nachts volle Pulle geheizt werden muss. Schon die Absenkung der Raumtemperatur um nur ein Grad senkt die CO2-Emissionen eines Vier-Personen-Haushalts pro Jahr um rund 350 Kilogramm.

Ernährung

Auch das, was auf unserem Teller landet, spielt eine Rolle. Etwa 15 Prozent unseres CO2-Verbrauchs haben mit Ernährung zu tun. Tatsächlich hilft es, wenn man sich fleischarm oder fleischfrei ernährt und auf regionale und saisonale Lebensmittel setzt. So vermeidet man, dass Lebensmittel lange gelagert oder weite Strecken transportiert werden müssen.

Die Grenzen des Einzelnen

Die Grenzen des Einzelnen liegen vor allem im Bereich Infrastruktur. Auf dem Land kann man oft nicht einfach auf Bus oder Bahn umstiegen, wenn die Anbindungen schlecht sind. In der Stadt gelingt das leichter. Und statt der Vernunft siegt eben auch manchmal ein günstiges Flugreise-Angebot. Vor allem die jüngere Generation lasse sich leicht verlocken, so Immanuel Stiess: "Während die älteren Menschen eigentlich wenig fliegen oder sogar noch nie geflogen sind, ist es bei eher jüngeren Altersgruppen selbstverständlich, auch mal Kurzurlaub in Barcelona zu machen und mit dem Flugzeug hinzufliegen."

Zudem müsse die Bundesregierung dafür sorgen, dass Deutschland aus der CO2-intensiven Kohlewirtschaft aussteigt und noch stärker auf erneuerbare Energien setzt., sagt Stiess. Schlussendlich bräuchten wir aber beides: eine klimafreundliche Politik, Wirtschaft und viele Bürger, die bereit sind, ihre Lebensweise umzustellen.

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Serie: Klima retten in fünf Tagen

Waldbrände in Kalifornien, Überschwemmungen in Asien, ein außergewöhnlich heißer und trockener Sommer in Deutschland: Das Klima ist längst kein Nischenthema mehr. Entsprechend groß dürfte das Interesse an den Ergebnissen des Weltklimagipfels im polnischen Katowice sein, der am 3. Dezember beginnt. Wir schauen konstruktiv auf das Thema: Was kann getan werden, um dem Klimawandel entgegenzuwirken? Alle Beiträge zur Serie finden Sie hier.

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Sendung: hr-iNFO, 29.11.2018, 8:50 Uhr

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