Corona Warn-App

Zehn Monate nach ihrer lang herbeigesehnten Einführung ist es still geworden um die Corona-Warn-App. Jetzt soll es ein neues Feature geben, das ein Meilenstein für die Anwendung sein kann.

Die Corona-Warn-App hat ein großes PR-Problem: Es gibt keine Zahlen, die belegen können, wie erfolgreich sie (vielleicht) ist. Die Datenschutzstandards verhindern eine genaue Auswertung. Rund 26 Millionen Mal wurde sie heruntergeladen. Unklar ist aber, auf wie vielen Smartphones sie immer noch genutzt wird. Sicher ist nur, dass zur Zeit im Schnitt täglich rund 3000 positiv Getestete andere mit Hilfe der App warnen.

Neues Feature nach Ostern

Gestartet ist sie mit viel Lob, selbst die kritischsten Datenschützer hatten kaum etwas zu meckern. In den letzten Monaten ist die Kritik aber immer lauter geworden: Nicht nur ihre Effektivität wurde bezweifelt, sondern auch die schleppende Weiterentwicklung wurde kritisiert. Nach Ostern soll die Corona-Warn-App ein neues Feature bekommen. Per QR-Code soll man im Restaurant, Stadion, Theater oder auf der privaten Hochzeitsparty einchecken können. So könnten mögliche Cluster erkannt werden. Mit der App sollen dann auch alle einen QR-Code erzeugen können, etwa für die eigene Geburtstagsparty.

QR-Code und Check-In Funktion - das klingt nach ähnlichen Funktionen wie sie Kontaktnachverfolgungs-Apps wie Luca bieten. Aber nur auf den ersten Blick, denn die Apps arbeiten unterschiedlich. Für den Fall, dass es bei einem Event eine infizierte Person gab, springt in der Corona-Warn-App die Risikoanzeige auf rot. Was dann passiert, bleibt komplett in der Hand der Nutzerinnen und Nutzer. Weil bei der Corona-Warn-App keine personenbezogenen Daten erfasst werden, können sie auch nicht direkt an die Gesundheitsämter weitergegeben werden. Diese können also nicht kontrollieren, ob die gewarnte Person sich isoliert und testen lässt.

Unterschiede zwischen Luca und Corona-Warn-App

Tracing-Apps wie Luca hingegen setzen voraus, dass man sich mit persönlichen Angaben wie Name und Telefonnummer registriert. Die Daten der Gäste werden im Falle einer Neuinfektion gesammelt an das Gesundheitsamt übermittelt, welches dann die Kontaktnachverfolgung übernehmen soll. Mit Version 2.0 der Corona-Warn-App, die am 16. April erscheinen soll, müssen Nutzerinnen und Nutzer weder Namen noch Telefonnnumer oder E-Mail-Adresse verraten. Die Angaben über den Restaurant- oder Konzertbesuch werden automatisiert auf dem Endgerät im Kontakttagebuch der Corona-Warn-App gespeichert - also nur auf dem Smartphone. Im Fall der Fälle werden alle Gäste über die App gewarnt, so wie es bislang schon bei einer Risiko-Begegnung der Fall war. Die Gesundheitsämter sind damit außen vor.

Die Corona-Warn-App kann Menschen also schneller und direkter warnen und schneidet auch beim Datenschutz besser ab. Aber sie funktioniert eben nur zwischen Userinnen und Usern, die sie auch nutzen.

Sendung: hr-iNFO Aktuell, 30.3.2021, 12 bis 15 Uhr

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