In einem ICE-Waggon hängt ein Schild, das auf eine defekte Klimaanlage hinweist.
Schon 2015 ein Problem: In einem ICE-Waggon hängt ein Schild, das auf eine defekte Klimaanlage hinweist. Bild © picture-alliance/dpa

Die Hitzewelle macht der Bahn zu schaffen. Ausgerechnet die Klimaanlagen in den Fernverkehr-Waggons sind besonders betroffen. Mal wieder. Das sorgt nicht nur für Schweißausbrüche bei den Passagieren, sondern auch für Verspätungen.

Während der aktuellen Hitzewelle häufen sich Mängel an den Klimaanlagen der Bahn AG. Am Mittwoch vergangener Woche seien die Anlagen in 140 Fernverkehrswagen komplett oder in Teilen ausgefallen, sagte ein Verantwortlicher Eisenbahner zu hr-iNFO. In dieser Woche, mit noch höheren Temperaturen, sei die Anzahl nochmals angestiegen.

Claus Weselsky, der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), hat die Bahn wegen der Ausfälle von ICE- und IC-Klimaanlagen im Zuge der Hitzewelle kritisiert. Im Gespräch mit hr-iNFO bemängelte er, dass die Bahn seit Jahren an dem Problem arbeite, aber zu keinem Ergebnis komme. "Da kann ich nur lachen", so Weselsky.

Mehr als 30 Prozent Verspätung

Bei der Gewerkschaft häuften sich Beschwerden des Zugpersonals. Die Eisenbahner litten unter der Situation. Sie müssten aufgebrachte Kunden beruhigen, sie müssten Waggons mit defekten Klimaanlagen räumen. Das sei bei vollen Zügen wirklich "keine schöne Aufgabe", sagte der GDL-Chef.

Auch wegen dieser technischen Probleme ist die Pünktlichkeit der Fernzüge nach Informationen von hr-iNFO weiter gesunken. Seit Dienstag dieser Woche fahren demnach weniger als 70 Prozent der ICE und IC nach Plan. Auf Anfrage teilte die Bahn mit, im normalen Betrieb müsse mit einem Ausfall von zwei bis drei Prozent der Klimaanlagen gerechnet werden. Die GDL vertritt den größten Teil der Lokomotivführer und einen Teil der Zugbegleiter.

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Sendung: hr-iNFO, 27.07.2018, 13 Uhr

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