Weihnachten in der Pandemie Symbolbild

In diesem Jahr werden wir zum zweiten Mal unter Corona-Bedingungen Weihnachten feiern. Nach den Weihnachtsfeiertagen gibt es wieder strenge Kontaktregeln ,auch für Geimpfte. Doch was heißt das für das Weihnachtsfest selbst?

Weihnachtsstimmung will bei Dorothea Frenzel und ihrem Mann nicht so richtig aufkommen, obwohl sie gemeinsam durch die festlich geschmückte Darmstädter Innenstadt bummeln. Denn ihr Weihnachtsfest hat jetzt unter den aktuellen Coronabedingungen wenig mit dem zu tun, wie sie normalerweise gefeiert haben. Da gehöre ein gemeinschaftliches Essen dazu. "Und zwar im größeren Kreis. Das sind dann 20 Leute mit Bruder und allem. Das fällt jetzt alles flach, alle haben Bedenken."

Und das, obwohl das Ehepaar geboostert ist. Außerdem haben die beiden – wie laut einer aktuellen Statista-Umfrage rund ein Viertel der Befragten - auf Reisen in der Vorweihnachtszeit komplett verzichtet. Einziger Trost mit Blick aufs Weihnachtsfest: "Wir werden zusammen schön essen. Und eventuell, wenn alles ok ist, die Tochter besuchen und den Enkel, der sonst in Berlin wohnt." Das würden sie aber auf sich zukommen lassen.

Feiern mit Corona

Strahlende Augen dagegen hat der sechsjährige David, der gerade mit Vater Torsten eine Currywurst isst. Minutenlang kann er erzählen, was er sich alles wünscht. Dabei ist in diesem Jahr alles anders, erzählt Vater Torsten, seine Frau und Tochter sind an Corona erkrankt: "Wir werden trotzdem zusammen Weihnachten feiern. Wird ein bisschen anders sein, weil wir bisschen auseinander sein müssen, aber trotzdem freuen wir uns aufs Essen – das machen wir alles zusammen."

Denn gerade bleibt die Familie in verschiedenen Teilen des Hauses, trägt Maske und David und Torsten testen sich regelmäßig. Da ist Raclette im engsten Familienkreis zumindest ein kleines bisschen Normalität. Auch wenn seine Frau durch die Infektion gerade kaum mehr Riechen und Schmecken kann, erzählt er. Unterkriegen lassen, wollen sich die zwei aber nicht. Immerhin haben sie auch schon einen Weihnachtsbaum besorgt.

Sorge vor Ansteckung

Weihnachtlich geschmückt ist auch schon das Wohnstift am Weinberg in Kassel. Leiter Holger Philippi ist Vater von zwei Kindern und hat auch in diesem Jahr wieder eine feste Weihnachtsroutine an Heiligabend: "Ich besuche meine Bewohner, verteile die Weihnachtsgeschenke. Bringe dann dieses Jesuskind in die Krippe, die hinter uns steht." Nachdem er den Gottesdienst begleitet hat, geht es dann nach Hause. "Denn an Heiligabend ist nicht nur Geburt Jesu, sondern auch Geburtstag meines ältesten Sohnes."

Für Philippi steht in diesem Jahr auch wieder alles unter dem Zeichen der Corona-Pandemie. Er ist zwar erleichtert, dass fast alle Bewohner in seinem Wohnstift geimpft und geboostert sind. Und es somit zumindest eine gewisse Normalität gibt. Aber er spürt auch Verantwortung. Er macht sich Sorgen, dass ein Familienmitglied über die Feiertage an Corona erkranken könnte. Das macht jedem zweiten Deutschen gerade zu schaffen, so eine Umfrage der Kaufmännischen Krankenversicherung.

Die Pandemie ein wenig vergessen

Auch Philippi hat sich dazu etwas überlegt: "Für uns privat heißt es, dass wir die Feierlichkeiten wirklich auf den engsten Familienkreis beschränken. Einfach um sicher zu sein, dass wir uns nichts holen." Für sich selbst will er das Weihnachtsfest zum Kraft Tanken nutzen und ist trotz allem schon voller Vorfreude. "Am meisten freu ich mich auf die Bewohner, weil das immer ganz intime Momente sind."

Und wenn die Damen und Herren im Wohnstift dann musizieren, dann lässt sich die Pandemie zumindest an Heilig Abend sogar ein bisschen ausblenden.

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