Jerusalem
Bild © picture-alliance/dpa

Junge Reporter der Evangelischen Journalistenschule Berlin haben Jerusalem erkundet und Hörfunkbeiträge zur religiösen und kulturellen Vielfalt der Stadt produziert. Entstanden ist ein spannendes Panorama über drei Religionen und ihr Zusammenleben auf engem Raum.

Jerusalem ist die Stadt der großen Emotionen. Seit vielen tausend Jahren ist sie Sehnsuchtsort für Gläubige aus ganz verschiedenen Religionen und Konfessionen. Die Heilige Stadt ist politisch umstritten und umkämpft. Ein bunter Schmelztigel von Frommen und Säkularen, von religiösen Fanatikern und Friedenssuchern. Und sie alle beanspruchen die Stadt für sich: als politische Hauptstadt, als Pilgerort, als historisches Monument und Zeugnis biblischer Erzählungen, als Lebens- und Arbeitsraum, als Begegnungsort über kulturelle und religiöse Grenzen hinweg.

Dabei ist der Tempelberg in Jerusalem so etwas wie das Epizentrum im Streit um Besitzansprüche verschiedener Religionen und Völker. Juden und Muslimen gleichermaßen heilig. Aber sie haben keinen gemeinsamen Namen dafür. Die Sicherheitslage auf dem Tempelberg ist extrem angespannt. Und radikale Gläubige sorgen immer wieder für Spannungen.

In der geteilten Stadt Jerusalem sind die Wohngebiete von Juden und Muslimen, von Israelis und Palästinensern im Prinzip getrennt zwischen West und Ost. Aber die israelische Regierung baut auch Häuser für Israelis auf palästinensischem Gebiet, historische Ausgrabungen in einem arabischen Stadtteil sollen belegen, dass dort einst der Palast des jüdischen Königs David stand. So wird Archäologie zum Politikum, wird über die Frage „Wem gehört Jerusalem?“ gestritten unter dem Aspekt: Wer war zuerst da?

Es gibt Hoffnungsgeschichten

Eine moderne Straßenbahn durchfährt die Stadt zwar von Nord bis Süd, verbindet jüdische und muslimische Stadtteile. Und in der Bahn kommen sie sich sehr nahe, da berührt der Hut des orthodoxen Juden das Kopftuch der Muslima. Aber es bleibt doch ein Nebeneinander. Man würdigt sich gegenseitig keines Blickes. Schweigend fährt man aneinander vorbei.

Auch die Kurzzeitbesucher erheben ihre Ansprüche auf Jerusalem. Pilger strömen – besonders zu religiösen Festen – in großer Zahl in die Stadt. Sie eilen von Heiliger Stätte zu Heiligem Ort. Aber Ruhe und Einkehr finden sie dabei meist nicht. Trotzdem sind sie wichtig für Händler und Geschäftsleute, die von den Einnahmen aus dem Pilger-Tourismus leben müssen.

Diese und ähnliche Szenen haben die jungen Reporterinnen und Reporter von der Evangelischen Journalistenschule in Berlin bei ihren Recherchen in Jerusalem beobachtet. Sie erzählen von Menschen, deren Herz an Jerusalem hängt, selbst wenn sie, wie zum Beispiel jüdische Einwanderer aus Russland, gar nicht so religiös sind.

Und es gibt auch Hoffnungsgeschichten in all dem Streit. Im Hadassah-Universitätskrankenhaus sind die Ärzteteams gemischt, dort funktioniert das Miteinander von Israelis und Palästinensern, von Juden und Muslimen. Allerdings nur unter einer Bedingung: Die Politik bleibt außen vor.

Weitere Informationen

Mehr zum Thema

Ende der weiteren Informationen

Sendung: hr-iNFO, 21.5., 14:10 Uhr

Jetzt im Programm