Claus Weselsky

Die Bahn kommt - auch in Zeiten von Corona. Für GdL-Chef Weselsky allerdings zu oft. Um die Mitarbeiter zu schützten, fordert er eine Verringerung des Zugangebots und eine Reservierungspflicht in Fernzügen, um den Mindestabstand zwischen Reisenden sicherstellen zu können.

Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Claus Weselsky, schlägt vor, den freien Zugang zu Fernzügen vorübergehend einzuschränken. In hr-iNFO sagte Weselsky: "Wenn wir eine Reservierungspflicht in dieser Corona-Krisenzeit einführten, könnten wir festlegen, dass die nötigen Abstände zwischen den Reisenden eingehalten werden."

"Zugangebot auf unter 50 Prozent verringern"

Nach den Worten des GDL-Chefs müsste gleichzeitig das Zugangebot auf unter 50 Prozent des normalen Umfangs verringert werden. Derzeit fährt die Bahn 75 Prozent bei einem krisenbedingten Rückgang der Reisendenzahl auf 10 Prozent. "Das ist unvernünftig", sagte Weselsky. "Das wird uns auf die Füße fallen, weil weitere Eisenbahner erkranken könnten. Außerdem werden die Ressourcen in Werkstätten und bei Ersatzteilen langsam knapp."

Der Vorstandschef der Deutschen Bahn hatte kürzlich bekräftigt, dass die DB weiterhin im Fernverkehr 75 Prozent und im Nahverkehr 65 Prozent des gewohnten Zugangebotes fahren werde.

Sendung: hr-iNFO Aktuell, 9.4.2020, 15 bis 18 Uhr

Jetzt im Programm