Jogger von hinten

Mehr als ein Viertel der Erwachsenen bewegt sich laut WHO zu wenig. Um Krankheiten vorzubeugen und den Geist zu stärken, empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation mindestens 2,5 Stunden Bewegung pro Woche. Mehr wäre natürlich besser.

Wer rastet der rostet, das ist allseits bekannt. Und doch bewegen sich laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) mehr als ein Viertel der Erwachsenen und sogar vier von fünf Jugendlichen nicht genug.

Dabei sind je nach Geschlecht und Altersgruppe Unterschiede festzustellen, sagt der WHO-Direktor für Gesundheitsförderung Rüdiger Krech: "Frauen und Mädchen bewegen sich grundsätzlich weniger als Männer und Jungen." Ältere Erwachsene und Menschen mit Behinderungen seien auch seltener aktiv und verpassten so den Nutzen für die körperliche und geistige Gesundheit.

Risiko vieler Krankheiten wird verringert 

Denn regelmäßige Bewegung beugt Krankheiten vor und stärkt den Geist, erklärt Fiona Bull, die bei der WHO als Referatsleiterin für körperliche Aktivität arbeitet: "Durch mehr körperliche Aktivität können wir die Risiken nichtübertragbarer Krankheiten wie Herzkrankheiten, Diabetes, Bluthochdruck verringern, und wir können auch unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden verbessern."

Es gebe außerdem neue Belege dafür, dass sich die geistigen Funktionen wie das Gedächtnisvermögen verbessern. Das sei "wichtig für Erwachsene und auch für Ältere und sehr wichtig für Kinder mit Blick auf das Lernen und die Entwicklung".

 Jede Bewegung zählt

Jede Bewegung zählt, heißt es von der WHO. Und: Mehr ist immer besser. Entsprechend der nun veröffentlichten neuen Richtlinien für körperliche Aktivitäten sollten sich Erwachsene jede Woche mindestens zweieinhalb bis fünf Stunden bewegen. Das entspricht rechnerisch mindestens 21 Minuten pro Tag.

Das gelte auch für Ältere und Menschen mit Behinderungen. Kindern und Jugendlichen wird sogar täglich eine Stunde Bewegung empfohlen. Genauso wichtig wie Laufen, Radfahren oder andere Formen von Ausdauertraining seien regelmäßige Muskelaufbauübungen, also zum Beispiel Liegestütze, Kniebeugen oder Hanteltraining, erläutert Fiona Bull.

Muskelstärkende Aktivität sei gut für jeden in jedem Alter, sagt Bull: "für die Jugend im Hinblick auf die Entwicklung eines gesunden Knochengerüsts und die allgemeine Entwicklung und natürlich auch bei älteren Erwachsenen, insbesondere als Maßnahme um Stürzen vorzubeugen."

"Bewegungsmangel könnte weitere Pandemie auslösen"

Die WHO ruft dazu auf, auch während der Covid-19-Pandemie - also in Zeiten von Homeoffice und Ausgangsbeschränkungen - in Bewegung zu bleiben. Denn "wenn wir nicht aktiv bleiben, laufen wir Gefahr, durch Herumsitzen eine weitere Pandemie, eine Krankheitspandemie auszulösen", befürchtet Rüdiger Krech von der WHO.

Schon jetzt, so heißt es von der WHO, entstünden enorme wirtschaftliche Kosten für die Gesellschaft durch den Bewegungsmangel. Dieser belaste die Gesundheitssysteme weltweit pro Jahr mit umgerechnet rund 45 Milliarden Euro, so Schätzungen. Hinzu kämen Produktionsverluste in Höhe von knapp zwölf Milliarden Euro.

Weitere Informationen

Die Richtlinien der WHO finden Sie hier zum Download:

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Sendung: hr-iNFO Aktuell, 26.11.2020, 9 bis 12 Uhr

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