Revierförster Mathias Kirchner bei den Dreharbeiten im Taunussteiner Wald

Mehr als die Hälfte der Stadtfläche von Taunusstein im Rheingau-Taunus-Kreis ist Wald. Drei trockene Sommer in Folge haben tiefe Spuren hinterlassen – und stellt die Taunussteiner vor eine große Herausforderung für die Zukunft.

Revierförster Mathias Kirchner führt durch den Wald bei Taunusstein. Dort klaffen immer wieder krasse Löcher im Baumbestand – weite Flächen, auf denen nur noch Stümpfe, dürre Stämme, Reste von Ästen zu sehen sind. Der Kahlschlag hier, sagt Förster Kirchner, ist die Folge von "Trockenheit, Käfer-Kalamität und drei trockenen Sommern."

In guten Jahren konnte Taunusstein bis zu einer halben Million Euro aus der Bewirtschaftung seines Stadtwaldes erlösen. Die Zeiten sind vorbei. Stefan Hauser ist bei der Verwaltung zuständig für den Stadtwald. Für ihn bemisst sich jetzt der Wert des Waldes nicht mehr nur in Euro. "Grundwasserbildung ist ein ganz besonders wichtiger Wert. Der Naturschutz: auch ein Wert. Dann haben wir natürlich die Naherholung, gerade im Raum für die Taunussteiner, aber auch zum Rhein-Main-Gebiet die Nähe. Das sind Werte, die man nicht direkt monetär ausdrücken kann, aber die auch da sind", sagt er.

Die Natur einfach mal machen lassen

Stefan Hauser und Förster Kirchner denken jetzt über die Konsequenzen dieser Wert-Verschiebung nach. "Da müssen wir sehen, dass wir die Kahlflächen wieder aufforsten, ohne riesige Kosten dafür zu generieren. Die Natur-Verjüngung ist ein ganz interessanter Aspekt, die, je nachdem wie man die Flächen schützt, auch zu Super-Ergebnissen führen kann", sagt Hauser.

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Ob Leerstand, Einkaufsmöglichkeiten, medizinische Versorgung oder ÖPNV: In unserer Serie blicken wir auf Themen, die viele Menschen in Hessen betreffen und die daher auch im Kommunalwahlkampf eine Rolle spielen. Wir zeigen, wie Kommunen damit umgehen und wo bereits Lösungen für die Herausforderungen gefunden wurden.
Teil 1: Rauschenberg: Mit Nahwärme gegen den Leerstand
Teil 2: Münster-Altheim: Arthaus statt Rathaus
Teil 3: Nüsttal: Mit dem Dorf-Funk für Zusammenhalt sorgen
Teil 4: Breitscheid: Ein Gesundheitszentrum für den ländlichen Raum
Teil 5: Edermünde: Logistik-Zentrum als Job-Maschine

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"Natur-Verjüngung" bedeutet: Baumstümpfe, Holz- und Nadelreste bleiben so liegen. Mal sehen, was der Wald selbst aus der Fläche macht. Auf anderen Testflächen sind neue, hitzebeständigere Baumarten angepflanzt. Taunusstein muss einen neuen Umgang mit seinem riesigen Stadtwald finden. Das wird eine Herausforderung bleiben in den nächsten Jahrzehnten, sagt Förster Kirchner.

Sendung: hr-iNFO Aktuell, 13.3.2021, 6-9 Uhr

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