Ein Passagier beißt in einer U-Bahn genüsslich in ein Leberkäse-Brötchen.
So etwas wird es ab September in Wiens U6 nicht mehr zu sehen geben. Bild © picture-alliance/dpa

Und jetzt noch eine heiße Frikadelle für zwischendurch. In Wien müssen Passagiere künftig auf solche Snacks verzichten. Zumindest in der Linie U6. Die Stadt verbannt ab September stark riechende Speisen aus den Waggons.

Nasi Goreng, Käsekrainer oder warme Leberkäse-Semmeln: Fahrgästen der Wiener U-Bahn stinkt es gewaltig, dass oft in den Zügen gegessen wird und Gerüche in den Abteilen herumwabern. Weil die Beschwerden über Essensgeruch immer häufiger vorkommen, hat jetzt die Wiener Verkehrsstadträtin reagiert. Ab September darf in der U-Bahn-Linie 6 nicht mehr heiß und fettig gegessen werden.

Ein paar Minuten zusammenraufen

"Die Mehrheit der Fahrgäste ist für ein Fahrverbot. Das ist ein wichtiges Thema. Und in der U-Bahn ist man ja nicht so lange unterwegs, wie wenn man stundenlang mit der Bahn fährt. Da muss man ja quasi im Zug essen", sagt Daniel Amann, Sprecher der Wiener Linien. Eine Fahrt in der U-Bahn dauere im Durchschnitt zehn bis fünfzehn Minuten. "Diese Zeit schafft man auch, ohne dass man die Pizza oder sonstige stark riechende Speisen zu sich nehmen muss."

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Essensgerüche in den öffentlichen Verkehrsmitteln ist in der österreichischen Hauptstadt ein Dauerthema, das die Gemüter erhitzt. Nach dem ersten Verbot in einer U-Bahn-Linie kocht die Diskussion wieder hoch.

Zur Not wird aus dem Fahrzeug begleitet

Die starken Gerüche durch warme, fettige Speisen sind das eine Problem, die Verschmutzung durch runter getropfte Knoblauchsoße oder Tomaten am Boden das andere. Mit dem Essensverbot in der am meisten frequentierten U-Bahn-Linie von Wien, will man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. "Die Verschmutzung ist auch ein wichtiger Punkt. Wenn jemand im Waggon isst und sich der Rest des Essens am Fußboden verteilt oder am Sitz hängenbleibt, ist das für die Fahrgäste ärgerlich und auch für uns, weil wir das Fahrzeug zur Reinigung einziehen müssen", so Amann.

Die Wiener Linien möchten die Fahrgäste zunächst mit Durchsagen, Plakaten und Stickern zum Thema Geruchsbelästigung freundlich, aber bestimmt sensibilisieren. Die Einhaltung des Verbots werde aber auch kontrolliert, stellt Amann klar. "Es gibt sicherlich den einen oder anderen, der das zum ersten Mal hört, dass das nicht mehr erlaubt sein wird. Das heißt, wir werden erst mal sehr viel in Richtung Bewusstseinsschärfung machen. Wenn das aber von Fahrgästen nicht eingehalten wird, können wir den Fahrgast auch aus der Station oder dem Fahrzeug begleiten." Nach einigen Wochen Essensverbot in der U6 soll dann darüber entschieden werden, ob Heißes und Fettiges auch in anderen Linien untersagt wird.

Sendung: hr-iNFO, 17.07.2018, 6.40 Uhr

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