Demonstration für die Unabhängigkeit Kataloniens von Spanien

Der derzeitige Russland-Ukraine-Konflikt hat seinen Ursprung im Kampf um zwei Regionen im Donbass, Luhansk und Donezk. Dort wollen Separatisten sich von der Ukraine abspalten und einen eigenen Staat gründen. Wie ist es dazu gekommen und gibt es vergleichbares auch anderswo in Europa?

Die Eskalation im Donbass beginnt schon 2014. In der stark russisch geprägten Region gibt es wiederholt Demonstrationen, Ausschreitungen und Besetzungen der Gebietsverwaltungen. Russlandtreue Separatisten fordern Volksabstimmungen über die Abspaltung von der Ukraine. Nach dem Vorbild des Referendums auf der Halbinsel Krim, bei dem 95 Prozent für den Anschluss an Russland stimmten. Die Abstimmung wird weder vom Westen noch von Regierung in Kiew anerkannt. Im April 2014 übernehmen Separatistenführer endgültig das Kommando in den beiden Regionen Donezk und Luhansk und rufen unabhängige Volksrepubliken aus. In den darauffolgenden Kämpfen zwischen ukrainischen und Separatisten-Truppen sterben bis heute nach UN-Angaben mehr als 13.000 Menschen.

Italien, Spanien und Schottland

Separatisten sind aber nicht neues in Europa. Die italienische Partei Lega Nord, 1989 gegründet, kämpfte jahrelang für die Abspaltung der fiktiven Region Padanien im Norden vom Rest Italiens. Inzwischen wird von der rechtsnationalistischen Lega weniger über Abspaltung als über Autonomie geredet. Autonomie ist dagegen einigen katalanischen Separatisten immer noch zu wenig. Sie wollen die komplette Loslösung von Spanien. Problem: dazu bräuchte es eine Mehrheit bei einer spanienweiten Volksabstimmung, nicht nur in Katalonien - und dieses Referendum ist für die Regierung in Madrid nach wie vor kein Thema. Neun katalanische Separatisten mussten ins Gefängnis, unter anderem wegen ihrer Rolle bei der Organisation einer illegalen Volksabstimmung in Katalonien. Der Konflikt im Nordosten Spaniens schwelt jedoch weiter.

Abgestimmt über eine mögliche Abspaltung haben auch die Schotten: 2014 über ihre Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich. 55 Prozent stimmten aber dagegen. Ein neues Referendum könnte jedoch schon dieses Jahr stattfinden, wenn die schottische Regionalregierung es anschiebt. Voraussetzung ist jedoch, dass das britische Parlament in London die Volksabstimmung auch genehmigt.

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