Das Zählwerk eines Stromzählers.
Die Bundesnetzagentur rät dazu, regelmäßig den Stromanbieter-Markt zu scannen. Bild © picture-alliance/dpa

Noch vor 17 Jahren kostete eine Kilowattstunde Strom etwa 16 Cent, inzwischen sind es 32. hr-iNFO erklärt, wie es zum Preisanstieg kommt.

Die Spülmaschine läuft nach dem Essen, die Waschmaschine sorgt für saubere Wäsche und der Herd backt leckere Kuchen. Lautlos trägt dazu der Strom bei. Sein Preis ist allerdings seit einiger Zeit enorm gestiegen. „Wenn man auf die letzten 15, 16 Jahre blickt, dann haben wir es tatsächlich mit einer Verdopplung des Kundenendpreises zu tun“, sagt Peter Lasseck von der Verbraucherzentrale Hessen. Noch im Jahr 2002 habe die Kilowattstunde 16 Cent gekostet. "Inzwischen sind wir bei gut 32 Cent."

Ein Viertel Umlagen, ein Viertel Netz-Entgelte

Dass die Stromkosten so gestiegen sind, hat zunächst mal mit den steuerlichen Abgaben und Umlagen zu tun. Die machen über 50 Prozent des Preises aus. Gestiegen sind seit 2000 nicht nur die Strom- und die Mehrwertsteuer, sondern auch die sogenannten Umlagen. "Die staatlichen Umlagen sind natürlich ein ganz großer Batzen. Die sogenannte KWK-Umlage für Kraftwärmekopplungsanlagen, die gefördert werden, und knapp 24 Prozent des Endkundenpreises macht die EEG-Umlage aus, die zur Förderung erneuerbarer Energien zu zahlen ist", so Lassek. Allein die EEG-Umlage hat sich knapp von einem Fünftel Centel pro Kilowattstunde im Jahr 2000 auf heute mehr als sechs Cent erhöht.

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Eine wichtige Rolle spielen auch die sogenannten Netz-Entgelte, die ein weiteres Viertel des Strompreises ausmachen. "Es gibt die sogenannten Netzbetreiber, denen – ganz einfach ausgedrückt – die Leitungen gehören. Und die verlangen ein Entgelt für die Nutzung der Netzwerke“, erklärt Lassek. "Die müssen instand gehalten und ausgebaut werden." Diese Netz-Entgelte sind in den vergangenen Jahren gestiegen, weil die Netze modernisiert werden mussten.

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Zum letzten Viertel des Preises gehören die Strom-Beschaffungskosten – also das, was die Versorger für den Strom an der Börse zahlen. Nur ist der Preis tendenziell eher gesunken, weil immer mehr Strom aus erneuerbaren Energien produziert wird. Aber davon profitieren nicht die Kunden, meint Lassek. "Wir beobachten regelmäßig, dass in Zeiten sinkender Beschaffungskosten die Senkungen nicht so schnell an den Verbraucher weitergegeben werden. Aber gerade in den letzten Monaten hat man es mit steigenden Beschaffungskosten zu tun, und da haben wir beobachtet, dass rund zwei Drittel aller Versorger die Preise unverzüglich erhöht haben."

Daher lohne es sich für Verbraucher auf jeden Fall, die Strompreise der Versorger zu vergleichen, sagt auch Fiete Wulff von der Bundesnetzagentur in Bonn: "Verbraucher können oft viel Geld sparen, wenn sie den Anbieter wechseln. Insofern empfiehlt es sich, regelmäßig zu schauen, ob es günstigere Anbieter am Markt gibt." Die Verbraucherzentrale Hessen hat ausgerechnet, dass ein durchschnittlicher Haushalt mit einem Verbrauch von 3.500 Kilowattstunden im Jahr mehrere hundert Euro sparen kann.

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