Unweit der Heddernheimer Kupferwerke wurde im April 1942 das einzige Arbeitserziehungslager in Frankfurt am Main eingerichtet: in einer tiefen Lehmgrube, genannt "die Kull".

Drei langgestreckte Baracken, dazu mehrere Schuppen und ein Wachhäuschen wurden bis März 1945 zur Durchgangsstation für rund zehntausend Häftlinge. Viele von ihnen hatte man zuvor aus den von deutschen Truppen besetzten Gebieten zur Zwangsarbeit ins Rhein-Main-Gebiet verschleppt. Wegen geringfügiger Vergehen wurden sie danach aus einem Arbeitslager ins Arbeitserziehungslager verlegt, das Teil des nationalsozialistischen Strafvollzugs war.

Auch hier ging die Zwangsarbeit weiter, einige Häftlinge wurden im Lager erschossen. Aus dem Bericht eines überlebenden Häftlings geht hervor, dass man ihn in Heddernheim schlechter behandelte als im Konzentrationslager Dachau. Erst 60 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Geschichte des Lagers gründlich erforscht.

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