Sie war mutig, tatkräftig und beharrlich. Angesichts der Verheerungen des Ersten Weltkriegs entschloss sich Elsa Brändström, Tochter des schwedischen Militärattachés in St. Petersburg, zu helfen und wurde Krankenschwester.

Als Beauftragte des Roten Kreuzes machte sich die junge Frau aus besten Kreisen auf den Weg zu den Kriegsgefangenenlagern nach Sibirien, wo rund 700.000 Männer unter unmenschlichen Bedingungen dahin vegetierten. Die 26-Jährige riskierte Leben und Gesundheit, doch sie schaffte es, mit dem ihr eigenen Durchsetzungsvermögen die hygienischen Umstände zu verbessern und damit die grassierende Typhusepidemie einzudämmen.

Der "Engel von Sibirien" wurde sie genannt: Dank ihres enormen organisatorischen Talents gelang es ihr, Lazarette errichten zu lassen entlang von Bahnstrecken, auf denen in offenen Güterwagen Kriegsgefangene in Lager gebracht wurden. Nach dem Ersten Weltkrieg blieb die Versorgung von Kriegswaisen, Kriegsversehrten und Flüchtlingen Elsa Brändströms großes Lebensthema. In den USA, wo sie 1933 Zuflucht gesucht hatte, war sie eine der Initiatorinnen der Care-Pakete, die nach dem Zweiten Weltkrieg verschickt wurden.

1948 starb sie hochgeehrt; ihr lebenslanger Einsatz für Verfolgte, Kranke und Schwache ist bis heute Anlass, Schulen und Straßen nach ihr zu benennen.

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