In Ballungsräumen wie dem Rhein-Main-Gebiet werden dringend Wohnungen gebraucht. Nach Frankfurt pendeln jeden Tag etwa 400.000 Menschen, meist mit dem Auto. Im benachbarten Odenwaldkreis wird es in absehbarer Zeit Immobilien-Leerstand geben und die Pendler klagen über die schlechte Nahverkehrsanbindung.

Den Neubau von mindestens 200.000 Wohnungen im Umkreis von 30 S-Bahn-Minuten um Frankfurt will sogar die Landesregierung nun fördern. Die Landräte der umliegenden Regionen fragen: Ist das sinnvoll?

Warum um Frankfurt herum neue Flächen versiegeln, wenn sich der Wohnungsbestand z.B. im Odenwaldkreis mit Takt-Änderungen im öffentlichem Nahverkehr gut erschließen ließe? Oder wenn mit einer vernünftigen digitalen Infrastruktur im ländlichen Raum dafür gesorgt wäre, dass Menschen nicht mehr täglich in den Ballungsraum pendeln müssen. Sondern im home office arbeiten.

Fakt ist: eine Zusammenarbeit zwischen Ballungsräumen, also Städten wie Frankfurt, Wiesbaden und Darmstadt und den ländlichen Regionen, also Landkreisen wie Odenwald, Vogelsberg oder Groß-Gerau, findet kaum statt. Jeder versucht, seine Probleme alleine zu lösen.

Warum aber werden so wichtige Zukunftsfragen für Stadt und Land nicht gemeinsam besprochen? Warum lässt man das Land ausbluten bei gleichzeitiger steigender "Landlust" der Städter? In großen Städten wie Frankfurt werden die Einwohnerzahlen weiter steigen, weil dort investiert wird. In benachbarten Landkreisen, z.B. im Odenwald stagnieren die Zahlen bestenfalls, mittelfristig steht die Prognose auf Sinkflug.

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Zum Artikel Land in Sicht? Warum Ballungsräume und ländliche Regionen zusammenarbeiten müssen

hvo
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