In den fünfziger Jahren erlebt die westliche Welt einen Boom des Calypso. Der Sound aus Trinidad und Tobago erobert Tanzböden und Hitparaden, nicht selten in weißgewaschenen Versionen, man denke an „Rum & Coca Cola“ von den braven Andrews Sisters.

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Zum Artikel Ohne Migration kein Pop (Teil 2): Nennt uns nicht Einwanderer – Von der Kolonie nach Europa

Zwei schwarze Hände halten eine rostige Kette in den Himmel
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"Wenn Personen aus der reichen Gegend in die ärmere Gegend kommen, heißt das Tourismus, wenn Leute aus der armen Gegend in die reiche gehen, heißt das Migration", sagt der Schriftsteller Dietmar Dath.

Die Musik der ehemaligen britischen Kolonie, der karibischen Sonneninsel Jamaika dient in diesem kulturellen Tauschgeschäft als Schmiermittel. Der Sound of Jamaica kurbelt den Tourismus an. Nach dem Zweiten Weltkrieg wandert er nach Groß-Britannien. Auf der Suche nach einem besseren Leben landen Tausende von Jamaikaner*innen im sogenannten "Mutterland" und bringen ihre Musik mit.

Eine Musik, die den britischen Pop verändert und prägt, bis in die Gegenwart: Vom Rocksteady und Ska in den Fünfziger und Sechziger Jahren, über den Reggae in den Siebziger und Achtziger Jahren, Dancehall, Jungle und Drum & Bass in den Neunzigern. Und bis ins 21. Jahrhundert mit den diversen Spielarten von Dubstep und Grime. Ohne die Sounds der Menschen aus der Karibik wäre die britische Popmusik nicht denkbar - und nicht nur die britische.