Wussten Sie, dass das Bundesland Bayern Produkt einer Revolution ist? In der Nacht zum 8. November 1918 erklärte der Sozialist Kurt Eisner Bayern zum Freistaat.

Er beendete damit die Herrschaft der Wittelsbacher Monarchie und wurde Bayerns erster Ministerpräsident. Freistaat, das war ein Synonym für Republik. Heute hat die CSU den Begriff umgemünzt – in ein hemdsärmeliges „mia san mia“.

Wie kam es zur bayrischen Revolution? Sie geschah neben den Ereignissen in Berlin, zu einer Zeit, in der alles möglich schien - Frieden, soziale Gerechtigkeit, Demokratie. Der Sonderweg der Bayern, bei dem Dichter eine tragende Rolle spielten, dauerte fünf kurze, turbulente, tragische und auch skurrile Monate.

Ministerpräsident Kurt Eisner, Pazifist, Humanist und Idealist, wurde im Februar 1919 von einem völkisch-nationalen Offizier auf offener Straße erschossen. Der Mord gab der Revolution Auftrieb: Arbeiter-, Bauern- und Soldatenräte proklamierten darauf die erste „Baierische Räterepublik“. Selbst in kleinsten Gemeinden übernahmen Räte die Macht, manchmal nur für Stunden. In München regierten Dichter und Anarchisten, allesamt von der Idee der Freiheit beseelte Idealisten.

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Leseliste

  • Michaela Karl, Die Münchner Räterepublik, Porträts einer Revolution, Düsseldorf 20008
  • Volker Weidermann, Träumer, Als die Dichter die Macht übernahmen, Köln 2017
  • Simon Schaupp, Der kurze Frühling der Räterepublik, Ein Tagebuch der bayerischen Revolution, Münster 2017
  • Hans Well, Rotes Bayern - Es lebe der Freistaat. Die Münchner Revolution 2918 und die Räterepubliken 1919.Ein Hörspiel von Hans Well und Sabeeka Gangjee-Well, Hörbuch CD, 2018
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