Wenn uns Tiere so nahestehen - warum machen wir ihnen das Leben so schwer? Laut Weltbiodiversitätsrat sind bis zu 1 Million Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht, etwa ein Achtel der angenommenen Gesamtartenzahl.

Manche Wissenschaftler*innen sprechen vom sechsten großen Massenaussterben - das fünfte bedeutete vor 65 Millionen Jahren das Ende der typischen Dinosaurier. Zwar erholen sich die Bestände mancher Arten - wie Finnwal, Berggorilla und Waldrapp-Ibis -, andererseits verschärft sich die Lage gar für "Allerweltstiere": So steht etwa die Hälfte der hessischen Schmetterlings- und Wildbienenarten auf Roten Listen als bestandsgefährdet.

Nie in der Menschheitsgeschichte starben Arten rasanter aus als heute, korrekter: Nie wurden sie rasanter ausgerottet. Und daraus ergeben sich zahlreiche Fragen, die auch unsere Zukunft betreffen. Denn die Stabilität und das Gleichgewicht der Ökosysteme sind die Grundlage auch unseres Überlebens. Sie beeinflussen etwa unsere Gesundheit und unsere wirtschaftlichen Perspektiven. Dahinter steckt ein unendlich komplex verflochtenes Miteinander aller Lebewesen. Was bedeutet es, wenn in diesem Geflecht immer mehr Arten fehlen? Warum fällt es uns so schwer, die Ruder herumzureißen, wenn es um den Schutz der Tierarten geht? Rigorose Einschnitte greifen in Fällen wie der Corona-Pandemie ja auch und zwar kurzfristig – wohingegen das Artensterben schon seit Jahrzehnten, wenn nicht gar seit Jahrhunderten bekannt ist.

Wie ist es um unsere Tierliebe bestellt, dass sie in so einer existenziellen Situation nicht zum weltweiten Aufschrei führt? Flüchten wir uns lieber in Idealwelten? Versagen internationale Übereinkommen und Regelwerke wie das Washingtoner Artenschutzabkommen? Was sind die wichtigsten Ursachen der aktuellen Ausrottungswelle? Und an welchen Stellen können wir etwas verändern?

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