Wie groß ist die Chance, heute noch eine völlig neue Tierart zu entdecken? Nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass der Wissenschaft in jüngerer Zeit selbst neue Kängurus oder Wildrinder bekannt wurden.

Wobei die meisten neu entdeckten Spezies kleiner sind - wie etwa der Krebs, den ein Mitarbeiter des Senckenberg-Instituts nach seiner Lieblingsband "Metallica" benannte. Dass die Liste der bekannten Tierarten länger und länger wird, liegt zum einen daran, dass es immer noch Lebensräume gibt, die bislang nur unzureichend erforscht sind. Die Tiefsee etwa oder Böden.

Zum anderen stellt man aber auch fest, dass um uns herum immer weiter neue Arten entstehen oder dass sich hinter einer Art in Wirklichkeit mehrere ähnliche verbergen - dank neuer Forschungstechniken, etwa aus der Molekulargenetik. Nach ihrer Entdeckung werden die "neuen" Arten wissenschaftlich beschrieben und dann in einigen Exemplaren in Sammlungen hinterlegt - alles geregelt durch die Forschungsdisziplin der Zoologischen Systematik.

Wie läuft so ein Beschreibungsprozess ab? Stößt die Systematik auch einmal an Grenzen? Hat sie Bestand für die Zukunft oder weist der Trend eher in die Richtung, statt einzelner Arten ganze Lebewesen-Gemeinschaften begreifen und ordnen zu wollen? Und wie wird mit neuen systematischen Erkenntnissen in der Praxis umgegangen? In der Evolutionsbiologie etwa oder im Artenschutz, wo die Systematik auch dabei hilft, Gefährdungsgrade und Schutzmaßnahmen festzulegen. Zoologische Systematik wird dadurch zur wichtigen Grundlagenwissenschaft. Sie hat aber auch Probleme, die etwa durch kurzfristige förderpolitische Trends und den Wunsch nach Anwendungsorientierung entstehen. Der Haken daran: Ohne Grundlagenforschung wird langfristig auch die anwendungsorientierte Forschung gefährdet.

Den Podcast zur Sendung finden Sie hier.

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