Egal ob Stadt- oder Landkinder, mit Tieren wachsen sie alle auf - zumindest in Bilderbüchern. Etwa mit Lars, dem kleinen Eisbären, oder mit der Raupe Nimmersatt.

Und auch Sachbücher über Tiere gibt es für Kinder jede Menge: Über die Kühe auf der Weide, die von dem freundlichen Bauern in den Stall geführt und gemolken werden. Über die Eisbären am Nordpol natürlich. Und über die Löwen, Giraffen und Nashörner, die durch die endlosen Weiten der afrikanischen Savanne streifen und dabei anderen spannenden Tieren begegnen - Menschen allerdings eher selten, vielleicht ein paar netten afrikanischen Rangern oder auch: Mama, Papa, Mia und Tim aus Deutschland, die in ihren lustigen Tropenhüten auf Safari unterwegs sind.

Implizit wird so die Botschaft transportiert: "So ist die Welt, so sind die Tiere, und so wird es immer bleiben." Viel zu selten geht es darum, dass jede achte Art vom Aussterben bedroht ist. Und dass viele Lebensräume sich durch die Aktivitäten der Menschen, durch Rodung, landwirtschaftliche Nutzung und die Ausbeutung von Ressourcen, gerade massiv verändern, dass sie schrumpfen und verschwinden. Und dass wir Menschen es aber genauso in der Hand haben, diese Entwicklungen zu stoppen, zu gestalten und umzukehren.

Wie lässt sich begreifen, was es heißt, wenn die einzelnen Bausteine eines Ökosystems wegbrechen? Welches Verhältnis zu Natur und Tieren wollen wir Kindern und Jugendlichen künftig vermitteln, in Kinderbüchern und im Biologie-Unterricht? Wie können Zoos und Bildungseinrichtungen konkret mit dem Artensterben umgehen, ohne den Menschen die Freude an der Tierwelt zu nehmen?

Jetzt im Programm