Für Millionen von Deutschen ist ein Leben ohne Haustier undenkbar. Problematisch wird es allerdings, wenn die Besitzer*innen ihre Tiere behandeln wie Menschen. Wenn sie von ihnen ein Verhalten erwarten, das dem eigenen entspricht.

Die Grenzen zwischen gesunder und vermeintlicher Tierliebe sind dabei fließend: Ist es bereits bedenklich, wenn ein Tier den Namen eines verstorbenen Angehörigen trägt, abends einen Pyjama angezogen und einen Thunfischkuchen an Weihnachten gebacken bekommt? Definitiv in die Schieflage geraten ist die Beziehung zwischen Mensch und Tier, wenn Haustiere übergewichtig werden und dadurch an Krankheiten wie Arthrose und Diabetes leiden. Dann wird aus der Tierliebe eine Belastung für die Tiere, die wir doch so artgerecht wie möglich halten sollen.

Doch was heißt artgerecht überhaupt? Ist es gerechtfertigt, zugunsten des menschlichen Wohlbefindens Abstriche auf Kosten der Tiere zu machen? Und wie sieht es mit Therapiehunden, -pferden oder -delfinen aus, die zum Beispiel dabei helfen, dass Patienten dank Körperkontakt Ängste abbauen können? Sind Tierroboter eine Alternative?

Und woran liegt es eigentlich, dass manche Tiere unsere Seele stärker berühren als andere? Während wir Hunde und Katzen bis zu ihrem Tod mit Liebe überschütten, schauen viele Menschen weg, wenn Nutztiere in Massen gehalten und getötet werden. Ein Widerspruch? Denn der Tod von Haustieren spielt in unserer Gesellschaft eine immer größere Rolle. Begrub man früher dein totes Haustier im Garten oder ließ es beim Tierarzt, gibt es heute immer mehr Tierfriedhöfe und Tierkrematorien sowie Bestattungsunternehmen oder Trauerredner, die sich auf Tiere spezialisiert haben.

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