Doris Renck

Warum ich Radio liebe

Weil man es überall hören kann, weil es schnell ist, weil es so vielseitig ist. Und weil die Konzentration auf die Stimme einen ganz besonderen Reiz hat.

Was ich unbedingt zum Moderieren brauche

Fakten, unsere Aussprache-Datenbank (vor allem für Musiker, Politiker, Sportler aus aller Welt) und ein gutes Redaktions-Team. Was automatisch dazu kommt, quasi beim Betreten des Studios, ist dieses Gefühl, dass ich jetzt mit "meinen Hörern" viele spannende Dinge erfahre. Da spielt dann nichts anderes mehr eine Rolle.

Diesen Moment im Radio werde ich nie vergessen

Das Ergreifendste, was ich erlebt habe, war mein Gespräch mit Markus Commercon. Einer der ersten Aidskranken in Deutschland, die damals ganz offen damit umgegangen sind. Es gab noch keine lebenserhaltende Therapie, er wusste, dass er nicht mehr lange zu leben haben würde. Wie er im Angesicht des Todes gesprochen hat, das hat mich tief beeindruckt.

Ganz anders unvergesslich war mein Besuch in London im Büro von Boris Becker, den ich für den hr1-Talk interviewen durfte. Nicht nur, weil ich Tennisfan bin, sondern weil Becker eben eine so herausragende Figur des Zeitgeschehens ist. Wie kaputt ihn dieser Sport gemacht hat und welche dubiosen "Berater" um ihn herum scharwenzeln, habe ich live erlebt.

Tatsächlich vergesse ich leider viele Momente, weil es eben so viele tolle Begegnungen gibt, so viele aufregende Gespräche, mit hochinteressanten Menschen. Pannen gibt es natürlich auch immer mal wieder und lustige Versprecher, aber die "versenden sich", wie das im Jargon heißt.

Ich bin mit einer Sendung zufrieden, wenn ...

Es eine gute Mischung war, mit interessanten Gesprächspartnern und Beiträgen, und es mir gelungen ist, mit meinen Hinführungen neugierig auf die Themen zu machen, gute Fragen gestellt zu haben und möglichst schöne Formulierungen gefunden zu haben. Wenn dann noch die Stimmung im Team gut war, alles Hand in Hand gelaufen ist, dann denke ich: Das müsste den Hörern gefallen haben. Und dann radele ich glücklich nach Hause.

Über welches Thema könntest Du einen 30-minütigen Vortrag halten - ohne jede Vorbereitung?

Darüber, wie es ist, einen minderjährigen syrischen Flüchtling in die Familie aufgenommen zu haben.

Was ist eine Sache, die Du ausprobiert hast und nie wieder machen willst?

Da fällt mir gar nix ein ... Vielleicht auch deshalb, weil ich sowieso sehr vorsichtig bin? Ach doch, eine Sache: Ich bin mal in einem Vergnügungspark in so einen Aufzug in einem Free Fall Tower gestiegen. Horror! Das ist nichts für mich.

Wenn Du in einer WG leben würdest – wofür würden Dich Deine Mitbewohner lieben und wofür nicht so sehr?

Ich putze tatsächlich ganz gerne, aber mit Dreckschweinchen gäbe es sicher Stress. Ich backe sehr wohlschmeckende Kuchen und koche auch passabel. Ich bin noch dazu ein ziemlich rücksichtsvoller Mensch. Frühdienst gestählt und geplagt, würde ich nie unnötig Krach machen, wenn andere schlafen. Und wenn die WG einen Garten pflegen müsste, dann wäre ich vorne mit dabei.

Mein Weg zu hr-iNFO

War ziemlich lang. Angefangen habe ich - nach Studium und Ausbildung - bei Radio Chiemgau, war dann bei FFH, dann bei hr1, dann kam parallel die Moderation und Redaktion der Sendung "der TAG" in hr2-Kultur dazu. 2019 bin ich dann ganz zu hr2-Kultur gegangen und freue mich nun sehr, auch noch die vielfältigen aktuellen Themen bei hr-iNFO im Blick behalten zu dürfen.

Lange habe ich gedacht, dass ein Radioprogramm so ganz ohne Musik nicht das Richtige für mich wäre, aber das hat sich geändert!

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