Jannike Stöhr

Den eigenen Job als Erfüllung wahrnehmen, das ist für viele Berufstätige ein Traum. Karriere-Coach und Buchautorin Jannike Stöhr unterstützt Menschen bei der Suche nach einer erfüllten Karriere. Wie sie durch einen Schicksalsschlag, die Erkenntnis gewann, dass es nicht nur den einen Traumjob gibt, erzählt sie im Interview mit Susan Kades.

„Viele leiden unter ihrem Job oder unter ihren Arbeitsbedingungen und möchten etwas anderes machen, aber sie wissen eben nicht, was das andere ist.“ Hier gelte es, passende Strategien und Lösungen zu entwickeln, erklärt Stöhr im Interview mit hr-iNFO. Dabei sei es wichtig, seine Werte leben zu können und nicht gegen eigene Haltungsfragen verstoßen zu müssen. „Die Tätigkeiten, die ich mache, sollten leicht von der Hand gehen und mir Energie geben. Das ist so ein klassisches Missverständnis, dass oftmals nur auf das Ergebnis geachtet wird. Wenn ich ein gutes Ergebnis erziele, aber mich die Tätigkeit viel Energie kostet, dann setze ich nicht meine Stärke ein, sondern bin in einem erlernten Verhalten.“ Dies sei allerdings nicht ratsam, weil es erschöpfen kann und auf die Dauer nicht glücklich mache, so die Beraterin weiter.

Ein Schicksalschlag änderte ihre Sicht

Vor einigen Jahren stieg Jannike Stöhr selbst – aufgerüttelt durch den Tod ihres Vaters – aus einer Konzernkarriere aus, um ihren Traumjob zu suchen.

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„Wenn ich ein gutes Ergebnis erziele, aber mich die Tätigkeit viel Energie kostet, dann setze ich nicht meine Stärke ein, sondern bin in einem erlernten Verhalten.“ Jannike Stöhr Jannike Stöhr
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Sie kündigte ihren Job als Personalerin und testete innerhalb eines Jahres 30 verschiedene Jobs - unter anderem als Freizeitparkbetreiberin, Pathologin oder Hebamme. Statt ihres Traumjobs fand sie etwas, mit dem sie nicht gerechnet hatte: „Ich habe dabei gelernt, dass es nicht den einen Traumjob gibt. Das war eine große Sorge, die ich zuvor hatte. Letztendlich finde ich diese Erkenntnis total befreiend, weil ich nicht mehr ‚das eine Große‘ suchen muss, sondern weiß, dass es viele Optionen gibt, wie ich mir mein Leben passend gestalten kann, so dass ich Zufriedenheit finden kann“. 

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„Ich habe dabei gelernt, dass es nicht den einen Traumjob gibt.“ Jannike Stöhr Jannike Stöhr
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Über dieses „Traumjob-Experiment“ hat die 36-jährige ein Buch geschrieben, in dem sie den Leser mit auf ihre Reise nimmt - begleitet von Zweifeln, Überraschungen, Durchhängern und Erfolgen.

Die berufstätige Mutter weiß um die Herausforderungen von Frauen mit kleinen Kindern, die sich gerne beruflich weiterentwickeln möchten. Ihrer Erfahrung nach funktioniere es ohne Unterstützung einfach nicht, deshalb sei es wichtig, sich diese zunächst einmal zu suchen: „Ich erlebe, dass viele Männer in meinen Coachings noch mehr an der klassischen Karriere hängen als Frauen. Ich erlebe aber auch, dass immer mehr Männer ihre Emotionen und Wünsche zulassen und finanzielle Abstriche machen, dass es also nicht nur um Geld und Erfolg geht, sondern auch um die berufliche Erfüllung“, erzählt die Berlinerin.

Jannike Stöhr im Interview mit Susan Kades
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In ihrem Podcast „Kopf● Herz ● Erfolg – Dein Podcast für eine erfüllte Karriere“ geht Jannike Stöhr auf verschiedene Problempunkte im Berufsleben ein und bietet unzufriedenen Berufstätigen neue Blickwinkel.

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