Valentinstag Rosen und Kakerlaken für die (Ex-)Liebsten

Eine Rose ist eine Rose, so viel ist klar. Doch manche Rosen, die am Valentinstag verschenkt werden, haben einen weiten Weg hinter sich. Und werden unter fragwürdigen Bedingungen angepflanzt. Verbraucherschützer raten deshalb zu mehr Kreativität bei den Valentingstagsgeschenken. Ein Zoo in Texas beispielsweise hat da etwas im Angebot ...

Rote Rosen liegen auf einem Tisch im Blumenladen
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Die meisten Rosen, die wir hier in Deutschland zum Valentinstag verschenken, kommen vor allem aus Ost-Afrika. Das Verbraucher-Magazin Ökotest hat 21 Sträuße geprüft, davon kamen die meisten Rosen aus Kenia, andere aus Uganda, Äthiopien und einige wenige aus den Niederlanden.

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Rosen zum Valentinstag ist eigentlich das Verschenken von einem kleinen Giftcocktail. Zitat von Kerstin Scheidecker, Chefredakteurin Ökotest
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Da diese Rosen mit dem Flieger zu uns kommen, sei der CO2-Fußabdruck durch den Transport besonders hoch, kritisiert Kerstin Scheidecker, Chefredakteurin der Zeitschrift Ökotest. Doch das sei nicht das einzige Problem: "Rosen zum Valentinstag ist eigentlich das Verschenken von einem kleinen Giftcocktail. Wir haben in allen Produkt Pestizide gefunden. Spitzenreiter ist ein Strauß von Fleurop mit 21 verschiedenen Stoffen, die da im Labor untersucht worden sind. Das beste Produkt stammt von Aldi, das hatte auch noch vier nachgewiesene Pestizide. Das ist schon mal etwas besser, aber insgesamt ist das Pestizid-Ergebnis verheerend."

Stoffe, die in der EU längst verboten sind

In den ostafrikanischen Ländern seien die Bestimmungen viel laxer als bei uns, sagt die Ökotest-Chefredakteurin weiter, dort werden noch viele Stoffe eingesetzt, die in der Europäischen Union längst verboten sind: "Aus gutem Grund verboten, weil die Stoffe eben Wirkungen auf das Erbgut haben, im Verdacht stehen, krebserregend zu sein. Also wirklich gefährliche Stoffe. Und unsere Konzerne verschiffen das Zeug jetzt eben nach Ostafrika, wo es nach wie vor angewendet werden darf. Und die Blumen mit den verbotenen Pestiziden kommen legal dann wieder zu uns."

Bio-Rosen beziehungsweise Schnittblumen gebe es zu dieser Jahreszeit einfach nicht, sagt Scheidecker. Und auch wenn die Rosenempfänger keiner gesundheitlichen Gefahr ausgesetzt sind, sei es für diejenigen, die sie züchten, eine andere Sache. Deshalb plädiert sie dafür, etwas fantasievoller zu sein, was Geschenke zum Valentinstag angeht: "Wenn man was schenken möchte, warum nicht einfach eine Einladung zum Essen oder einen Gutschein für Freilandrosen im Sommer oder ein Blumen-Abo? Es gibt sicher viele Ideen, wie man seine Liebe auch an diesem Tag ausdrücken kann, wenn man es denn möchte."

Eine Kakerlake für den/die Ex

Und für alle, denen in diesem Jahr nicht danach ist, jemandem eine Freude zu bereiten, für die gibt es im Netz eine andere Option: "Cry me a cockroach" heißt die Rache-Aktion gebrochener Herzen – erfunden vom Zoo in San Antonio, Texas. Mehr als 8.000 Menschen aus mehr als 30 Ländern weltweit haben hier schon mitgemacht, erzählt Cyle Perez vom Zoo in San Antonio: "Für viele ist es eine Art Therapie. Wir sagen: Nichts setzt einen Schlusspunkt so gut wie das Verfüttern einer Kakerlake."

Das Ganze funktioniert folgendermaßen: Man kauft eine Kakerlake, tauft sie auf den Namen der oder des Verflossenen und lässt sie im Zoo von San Antonio verfüttern. So wie zum Beispiel eine Dame aus Hongkong: "Ich liebe diese Idee, ich liebe sie wie verrückt. Es ist so eine tolle Möglichkeit für uns alle, humorvoll mit den Tiefpunkten unserer Ex-Beziehungen umzugehen."

Lauch und Kohl für Veggies

Zehn Dollar kostet es, eine Kakerlake zu taufen, 25 Dollar für eine Ratte und für Vegetarier gibt es natürlich eine Veggie-Variante. Der oder die Ex kann ja schließlich auch als Kohlkopf oder Lauch verfüttert werden. Mit den gesammelten Spenden wird die Vision des Zoos unterstützt, eine Zukunft für Wildtiere in Texas und auf der ganzen Welt zu sichern.

Und wie es sich zum Valentinstag gehört, wird der oder die Ex dann per Karte informiert. Die Frage ist nur, ob die Freude dann auch tatsächlich groß sein wird über diese besondere Karte zum Valentinstag!

Weitere Informationen

Sendung: hr-iNFO "Aktuell", 14.2.2023, 9 bis 12 Uhr

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Quelle: hr-inforadio.de/csi