AKW Isar 2

Wirtschaftsminister Habeck hat in dieser Woche die Ergebnisse des zweiten sogenannten Stresstests zur Sicherheit der Energieversorgung vorgestellt. Aber was ist so ein Stresstest eigentlich genau? Und was kam dabei raus?

Besteht die Gefahr, dass in deutschen Wohnstuben – zumindest zeitweise – diesen Winter die Lichter ausgehen? Um diese Kernfrage drehte sich der sogenannte Stresstest. Und damit um die Einschätzung: Wie gut gerüstet ist das deutsche Stromnetz eigentlich für die dunkle Jahreszeit?

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Nach dem Test - Stress um AKW-Laufzeiten

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Das Ergebnis: "Eine stundenweise krisenhafte Situation im Stromsystem im Winter 22/23 ist zwar sehr unwahrscheinlich, kann aktuell aber nicht vollständig ausgeschlossen werden." So heißt es wörtlich in dem von vier Netzbetreibern und im Auftrag des von Robert Habeck geleiteten Bundeswirtschaftsministerium erstellten Papiers.

Im Notfall wieder hochfahren

Also sei ein Bündel an Vorsorgemaßnahmen zu treffen, so lautet die Empfehlung. Und zu denen zählt eben auch: Zwei der drei verbliebenen Atomkraftwerke für den Notfall in einer Art Bereitschaft zu halten. Und zwar Neckarwestheim in Baden-Württemberg und Isar 2 in Bayern. Das Kraftwerk Emsland in Niedersachsen hingegen soll wie geplant Ende des Jahres abgeschaltet werden.

Für die beiden Meiler, die weiter als Reserve dienen, bedeutet das: Sie gehen durchaus vom Netz, erzeugen keinen Strom, Brennmaterial wird nicht verbraucht. Nur im Notfall werden sie wieder hochgefahren, wofür etwa eine Woche Anlaufzeit benötigt würde. Auch war es Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck ein Anliegen klarzustellen: Mitte April ist in jedem Fall Schluss. Einen Ausstieg aus dem Atom-Ausstieg, einen dauerhaften Weiterbetreib deutscher Kernkraftwerke werde es nicht geben.

Mehrere Unsicherheitsfaktoren

Was die deutsche Stromversorgung angeht, so listen die Stresstester mehrere Unsicherheitsfaktoren auf: unter anderem die aufgrund des russischen Angriffskriegs angespannte Lage auf den Energiemärkten. Die dadurch verschärft wird, dass aufgrund der Dürre im Sommer französische Atomkraftwerke nicht ausreichend gekühlt werden konnten und reihenweise ausfielen. Das Niedrigwasser in den Flüssen führt auch dazu, dass etwa Kohlekraftwerke nicht ausreichend mit Nachschub versorgt werden können.

Drei Szenarien haben die Experten also durchgespielt: ein kritisches, ein sehr kritisches und ein extremes. Ob eines davon je eintreten wird, kann auch ein Stresstest nicht vorhersagen.     

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