Ein bewaffneter Polizeibeamter im Trainingsanzug sichert im Olympischen Dorf den Block, in dem Terroristen die israelischen Geiseln festhalten.

Es sollten heitere Spiele werden in München im Sommer 1972 - ein Kontrastprogramm zur finsteren Nazi-Vergangenheit. Doch dann werden die Spiele Schauplatz des ersten großen Terroranschlags der Nachkriegsgeschichte. Ein Anschlag auf Israelis von palästinensischen Terroristen, der im Desaster endet. Ein Rückblick.

26. August 1972. Bundespräsident Heinemann eröffnet die Olympischen Spiele von München. Offen, heiter und unbelastet sollten sie werden – Kontrastprogramm zu Berlin 1936. "Es wäre eine gute Gelegenheit, der ganzen Welt zu zeigen, dass das jetzt ein anderes Deutschland ist als das von 1936", hofft der damalige NOK-Präsident Willi Daume, der den Anstoß für Münchens Olympia-Bewerbung gegeben hatte. Ein friedliches, freundliches Deutschland sollte sich der Welt zeigen.

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Das Trauma von München – Deutschlands Umgang mit dem Terror

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Auf die strahlende Eröffnungsfeier folgen die Wettkämpfe, Legenden entstehen: Ulrike Meyfahrt, Mark Spitz, Heide Rosendahl. Doch dann der Schock: Am frühen Morgen des 5. September 1972 reißt eine schreckliche Nachricht die Welt aus der olympischen Begeisterung. "Der olympische Friede scheint tatsächlich gebrochen sein", sagt ein Reporter.

Befreiungsversuch endet im Desaster

Acht palästinensische Terroristen überfallen am elften Tag der Spiele die israelische Olympiamannschaft. Zwei Sportler können fliehen, zwei werden bei dem Angriff getötet, neun Israelis nehmen die Terroristen als Geiseln. Sie fordern unter anderem die Freilassung von über 200 Palästinensern aus israelischer Haft sowie der RAF-Mitglieder Andreas Baader und Ulrike Meinhof aus deutscher Haft.

Die deutschen Verhandlungsführer tendieren dazu, den Terroristen nachzugeben, doch Israel lehnt das strikt ab. Es folgen Stunden der Verhandlung und des Ringens um eine Strategie zur Überwältigung des palästinensischen Terrorkommandos, doch alle Anstrengungen sind umsonst. Kurz nach Mitternacht scheitert ein Befreiungsversuch der Münchner Polizei auf dem Flugplatz von Fürstenfeldbruck auf dramatische Weise: Am Ende sind alle israelischen Geiseln, ein deutscher Polizist und fünf palästinensische Terroristen tot.

Internationale Presse forderte den Abbruch der Spiele

Joachim Fuchsberger ist als Stadionsprecher die Stimme der Spiele von München. "Wir konnten es einfach nicht fassen", sagt er. "Willi Daume hat damals gesagt, sie haben uns die Seele aus dem Leib geschossen."

Die Spiele werden für einen Tag unterbrochen. Die internationale Presse fordert vehement den Abbruch der Spiele. Doch IOC-Präsidetn Avery Brundage verkündet auf der Trauerfeier am 6. September: "The games must go on." Die Spiele gehen weiter, doch, wie Bundeskanzler Willy Brandt sagt: Die heiteren Spiele sind vorbei. Olympia 1972 in München geht als blutige Tragödie in die Geschichte ein.

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