Sparschwein

Viele Menschen halten angesichts der Krise ihr Geld zusammen. Bei rund zehn Prozent Inflation ist Sparen allerdings schwierig. Wir haben Investment-Experten gefragt, wie sinnvolles Sparen derzeit funktionieren kann.

Die Preise steigen und steigen. Kein Wunder, dass die Deutschen weniger sparen – von 100 Euro, die sie zur Verfügung haben, legen sie nur rund elf Euro zur Seite, sagt das Statistische Bundesamt. "Inflation ist so etwas wie eine Steuer auf Ersparnisse", sagt Gertrud Traud, Chefökonomin der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Deshalb müsse man sich natürlich fragen, "ob man sich bei der langfristigen Anlage nicht auf Aktien konzentriert, die höhere Renditen liefern und dann auch ein höheres Risiko haben." Denn mit normalen Spareinlagen verliere man in diesen Zeiten Geld.

Rausfinden, wie viel Risiko man aushält

Hartmut Walz, Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule Ludwigshafen und Buchautor, rät zu sogenannten Sachanlagen wie Aktien, Immobilien oder Gold: "Natürlich garantiert ihnen niemand, dass sie die zehn Prozent Inflation in einem bestimmten Jahr, in diesem Jahr, schlagen, aber wenn sie einen Horizont haben von über zehn Jahren, ist es sehr wahrscheinlich, dass diese Sachwerte nicht inflationieren und außerdem noch einen Ertrag bringen, also Dividende ausschütten."

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"Das Thema" als Podcast: Krise, Rezession und Inflation - Lohnt das Sparen noch?

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Aktien liefern eine Dividende, Immobilien zum Beispiel Mieteinnahmen. Beide sind Sachanlagen und haben einen materiellen Wert, der selbst in Zeiten der Inflation relativ stabil sei, so das Argument. Ökonomin Gertrud Traud rät: "Ziemlich früh anfangen, dann kann man auch mit kleinen Beiträgen schon was machen." Man müsse rausfinden, wie viel Risiko man aushalte: "Hält man es aus, so wie in diesem Jahr, dass der Aktienmarkt auch schon mal über 20 Prozent fällt oder braucht man regelmäßig seine Ersparnisse" - etwa für eine Zeit ohne Einkommen, oder wenn größere Reparaturen anstehen? Wer diese Frage geklärt hat, kann sich darauf konzentrieren, in was das Geld fließen soll.

"Breit streuen"

„Ich würde kein Prozent, wirklich Null in Anleihen stecken, weil die Zinsen unbefriedigend sind", sagt Professor Hartmut Walz. Und wenn die Zinsen weiter steigen würden an den Märkten, habe man mit den Anleihen Verluste. "Mit dem restlichen Geld würde ich zu einem sehr sehr hohen Anteil in breit streuende Aktien-ETFs gehen." Also in börsengehandelte Aktienfonds, die einen Index wie zum Beispiel den Dax kopieren und günstiger sind als klassische Aktienfonds, an denen Banken und Vermögensverwalter viel verdienen.

Breit streuen – in der Finanzsprache diversifizieren genannt - ist die Devise auch für Helaba-Chefvolkswirtin Gertrud Traud: "Eigentlich sollte man ein gut diversifiziertes Portfolio haben, aber wenn man noch Immobilien haben möchte, braucht man schon ein bisschen Geld, das heißt, man muss vorher schon ein bisschen angespart haben“. Und die steigenden Zinsen im Auge behalten, die Immobilien immer teurer machen.

Beim Gold scheiden sich die Geister. Beide Investmentprofis raten, ein wenig Geld in das Edelmetall zu investieren, das dieses Jahr aber eher enttäuschend abgeschnitten hat – obwohl es häufig als sicherer Hafen bezeichnet wird. Garantien gibt es eben keine am Finanzmarkt.

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