Streitgespräch: Echt jetzt? Überzeug mich in 18 Minuten Migrantenquoten in Schulklassen - Populismus oder Integrationshilfe?

Sind viele Kinder mit Migrationshintergrund in einer Schulklasse ein Problem, weil sie das Lernniveau senken? Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, hat eine Quote für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund gefordert. "Echt jetzt?"-Host Jens Borchers hält von einer Quote dagegen nichts. Nötig seien andere Maßnahmen.   

Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, und "Echt jetzt?"-Host Jens Borchers
Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes (links), und "Echt jetzt?"-Host Jens Borchers Bild © hr / Imago
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Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, ist überzeugt: Zu viele Kinder mit Migrationshintergrund in Schulklassen sind ein Problem. Vor allem, wenn diese Kinder mit schlechten Deutschkenntnissen in die Schule kommen. Dann leide nicht nur die gesamte Klasse unter den Defiziten, auch die Förderung und damit Integration der betroffenen Kinder sei schwerer. Entsprechend fordert Meidinger: Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund müssten gerechter auf Schulen verteilt werden. Manche Schulen kämen auf eine Migrantenquote von 80 Prozent, viele dieser Schüler stammten häufig auch noch aus sozial schwächeren Familien. Andere Schulen in anderen Vierteln hätten dagegen nur 20 oder 30 Prozent Kinder mit Migrationshintergrund.   

"Echt jetzt?"-Host Jens Borchers hält von einer Quote dagegen wenig: Wie hoch soll denn eine solche Quote sein? Und wie sollte eine andere "Verteilung" der Kinder mit Migrationshintergrund durchgesetzt werden? Jens Borchers meint, es müsse viel früher angesetzt werden - nämlich in den Kitas. Und mit Blick auf die Schulen seien andere Maßnahmen sinnvoller - zum Beispiel eine bessere Ausstattung von Schulen, deren Schulklassen einen höheren Migrationsanteil haben.   

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Sendung: hr-iNFO "Echt jetzt?", 2.2.2023, 20:35 Uhr

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Quelle: hr-inforadio.de/csi

Ihre Kommentare Braucht es Migrantenquoten in Schulklassen?

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18 Kommentare

  • Migrantenquoten beheben nicht die Probleme in den Grundschulklassen.

    Weder der Mangel an Grundschullehrern noch die zu großen Schulklassen würden damit verbessert. Ebenso würden die mangelhaften Sprachkenntnisse bei den Grundschülern davon nicht behoben und die Verpflichtungen der Eltern (Art 6 (2) GG: "Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht.") werden damit nicht eingefordert.
    Desweiteren ist bereits der Begriff "Migrantenquote" ziemlich sinnbefreit, denn Kinder von Eltern mit EU-Herkunft oder GB/US-stämmigen Eltern haben i.A. nur geringe oder keine Sprachprobleme.
    Unverständlich bleibt mir das Aufwärmen dieses Themas, denn bereits vor 25 Jahren wurde mein Sohn in eine Klasse eingeschult, in der außer ihm kein weiteres Kind Deutsch sprach.
    Dort muss man ansetzen, wenn das Problem wirklich gelöst werden soll. Sprachunterricht und auch ein verpflichtender Eingangstest für die erste Klasse wären unverzichtbar.

  • Ich finde die Idee für bestimmte Grundschulbezirke
    nicht schlecht. Davon würden alle profitieren. Allerdings sind verstärkte vorschulische Sprachförderung, mehr Förderung in der Schule und das Hamburger Modell erst einmal Mittel der Wahl. Spannendes Thema. Danke für die Sendung.

  • Das Wahre Problem ist der versteckte Rassismus. Migrantenquote!!! Das sagt ja schon alles aus.
    Beispiel: meist heißt es, Ausländer mit deutschen Pass statt deutscher mit fremder Herkunft. WM Katar hat vieles aufgezeigt, eines von vieles ist die Heuchelei den viele von uns an den Tag legen.

    Fazit. Warum sollte sich ein türkisches kind für Migration interessieren, wenn das Kind doch merkt, spürt und weiß, dass egal wie es sich anstrengt und integrieren möchte, niemals dazu gehören wird.

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