Volker Beck

Der Vorsitzende der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Volker Beck, hat wegen des Antisemitismus-Skandals bei der documenta die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Die gesamte Kulturpolitik von Bund, Land und Stadt Kassel habe nicht verantwortlich agiert, sagt der Grünen-Politiker im Gespräch mit hr-iNFO. Explizit kritisierte er Kassels OB Geselle.

Volker Beck sieht Kassels OB Geselle mit in der Verantwortung. "Ich frage mich: Wozu hat man eine documenta-Leitung, wozu hat man Kulturpolitiker in der Verantwortung, die so eine Sache laufen lassen und es schönreden? Der Aufsichtsratsvorsitzende Oberbürgermeister Geselle hat bis vor kurzem noch jede Kritik an der documenta zurückgewiesen - aber als Aufsichtsratsvorsitzender hätte er nachfragen müssen, ob sich jemand darum kümmert, dass das kein Festival des Antisemitismus wird", so Beck in hr-iNFO.

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Er hat zudem kritisiert, dass "man BDS-Vertreter in die  Kuratorien gestellt hat und dann die Aufsicht auch an die Kuratoren übergeben hat, so dass überhaupt keine Verantwortlichkeit mehr für das, was da abläuft, existiert." Es sei absehbar gewesen, dass Antisemitisches dabei rauskäme. Das "antisemitische Feuerwerk" sei "eine Entgleisung mit Ansage" gewesen.

Kunstfreiheit endet bei volksverhetzenden Darstellungen

Beck hat in hr-iNFO nochmal ausdrücklich betont, dass Kunstfreiheit nicht volksverhetzende Darstellungen einschließe - und um diese handle es sich hier ganz klar. Neben dem einen Kunstwerk, "das wahrscheinlich strafbar ist", gebe es noch weitere antisemitische Werke und "auch die unschuldigen Werke sind kontaminiert, weil, dass keine israelischen Künstler eingeladen wurden, liegt an der BDS-Ausrichtung der Kuratoren, weil es die Policy der Leute ist, israelische Künstler zu boykottieren."

Beck hat die Staatsanwaltschaft eingeschaltet, nachdem auf der documenta in Kassel ein Bild ausgestellt wurde, auf dem unter anderem ein Schwein mit Davidstern und einem Helm mit der Aufschrift "Mossad" zu sehen ist.

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